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Dommuseum Frankfurt

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Das Merowingische Mädchengrab

Bei Grabungen im Dom von 1992 bis 1994 wurde unter den schon bekannten Gräbern des Domes ein Grab aus dem späten 7. Jahrhundert entdeckt. Neben den Knochen eines Kindes fanden sich wertvolle Grabbeigaben: Ringe, Ohrringe aus Gold, Armreife aus Silber, eine Fibel, Töpfe und ein Glasgefäß usw.

Das Grab, das sich innerhalb der Mauern einer frühen Kapelle auf dem Domhügel fand und am Eingang zum Dom mit einer Gedenkplatte angezeigt ist, gilt als ein wesentliches Zeugnis christlicher Bestattungskultur. Nach diesem Grab richteten sich die architektonische Gestaltung der St. Bartholomäuskirche aus. Das verstorbene Mädchen, dessen Name und Herkunft unbekannt ist, gehörte, wie die Grabbeigaben zeigen, einer reichen merowingischen Familie an.


Die Bartholomäus-Reliquie im Dom

Die Schädelreliquie des Apostels Bartholomäus kam um das Jahr 1200 wohl als Geschenk von Kaiser Friedrich Barbarossa in den Dom. Die Erweiterung des Hochchores und die Weihe eines neuen Altares am 24. August (dem Fest des Heiligen Apostels Bartholomäus) 1239 dürfte mit der Reliquie in Verbindung stehen, zumal an diesem Tag zum ersten Male Bartholomäus als Patron des Domes genannt wurde. Die Reliquie befindet sich heute in einem Schrein in einem Sakramentshaus an der Ostwand des Südquerhauses im Dom und wird dort an hohen Feiertagen und am Bartholomäusfest gezeigt.

Ob die Reliquie historisch echt ist, darüber mag man streiten. Ab dem fünften Jahrhundert gibt es über diese Reliquie Nachrichten. Zuerst ist sie ein Glaubensgut. Eine magische Wirkung geht nicht von ihr aus. Wenn Menschen vor der Reliquie beten, dann beten Sie zu dem, auf den diese Reliquie verweist, den heiligen Bartholomäus. Sie verdeutlicht, daß der Glaube an Jesus Christus von Menschen aus Fleisch und Blut realisiert und weitergegeben wird. Schließlich, wenn manche Menschen der Reliquie ihre Historizität absprechen, dann repräsentiert sie doch ein Stück Frömmigkeitsgeschichte und damit ein Stück der Geschichte von vielen Menschen, die zum Apostel Bartholomäus gebetet haben. Deren Glaube und Frömmigkeit sollten auch die Menschen unserer Tage respektieren.


Reliquiare im Dommuseum

Im Dommuseum werden zwei kostbare Reliquiare gezeigt.

Reliquiare sind Behältnisse zur Aufbewahrung der Reliquie. Das alte Reliquiar für die Batholomäus-Reliquie ist eine Relief-Büste des Heiligen aus Silber, ursprünglich wohl vergoldet, aus dem Jahr 1727, von Franz Ignaz Berdolt in Augsburg geschaffen. Die Schädeldecke der Büste ist mit einem Deckel versehen. Dort konnte die Reliquie hineingelegt und aufbewahrt werden. Man nennt, weil das Reliquiar damit anzeigt, wohin die Reliquie gehört, ein sprechendes Reliquiar.

Im Jahre 1929 wurde ein neues Reliquiar, ein Reliquienschrein, von Karl Borromäus Berthold aus Frankfurt am Main gefertigt. Berthold war Professor an der Städelschule, bzw. Kunstgewerbeschule in Frankfurt am Main. Das große Reliquiar aus vergoldetem Silber, mit Bergkristallen und Halbedelsteinen geschmückt, ist in seinem Gesamtaufbau unschwer als ein Kunstwerk der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu sehen. Obgleich das Reliquiar in seiner künstlerischen Sprache von der Kraft des Glaubens spricht, wurde Berthold im Nazideutschland schuldig. Er trug nicht wenig dazu bei, daß seine Kollegen Max Beckmann und Willi Baumeister von der Städelschule vertrieben wurden.


Vasa Sacra und Vasa non Sacra

Im Dommuseum werden neben der liturgischen Kleidung der Kirche auch eine Auswahl liturgischer Geräte vom 14. bis zum 20. Jahrhundert gezeigt. Diese Geräte heißen Vasa Sacra und Vasa non Sacra, heilige Geräte und nicht heilige Geräte.

Vasa Sacra werden alle die Geräte genannt, die im Gottesdienst der Kirche unmittelbar mit dem Leib und dem Blut Jesu Christi unter den Gestalten von Brot und Wein in Berührung kommen. Dazu gehört der Kelch für den Wein, aber auch der Speisekelch (Ziborium) für die Aufbewahrung der Hostien. Heute wird häufig zur Aufbewahrung der Hostien auch eine Hostienschale benutzt. Mit dem verwandelten, konsekrierten, Brot kommt auch die Patene, der Hostienteller, in Berührung. Diese liturgischen Geräte werden bei der Feier der heiligen Messe gebraucht.

Außerhalb der Messe kommt besonders die Monstranz, ein Zeigegerät, mit dem konsekrierten Brot in Berührung. Sie wird bei Gottesdiensten gebraucht, in denen es um die Verehrung und Anbetung des Leibes Jesu Christi in der Gestalt des Brotes geht. Bei den Prozessionen am Fronleichnamsfest, dem Fest des Herrenleibes, wird sie mit dem Brot durch die Straßen getragen.

Alle Vasa Sacra müssen aus wertvollem Material und künstlerisch hochrangig gestaltet sein. Insbesondere die Teile der Vasa Sacra, die unmittelbar zur Aufnahme von Brot und Wein dienen, müssen vergoldet sein.

Vasa non Sacra sind alle liturgischen Geräte, die nicht mit dem konsekrierten, also verwandelten Brot und Wein in Berührung kommen. Dazu gehören z. B. die Weihrauchfässer, die Kännchen für Wasser und Wein, die Taufschale und die Taufkanne, Kerzenleuchter, Ölgefäß usw. Sie dürfen auch aus minderwertigerem Material und künstlerisch relativ einfach geschaffen sein, dienen aber auch der Ehre und Verehrung Gottes.


Paramente

Das Dommuseum zeigt eine Auswahl von Paramenten vom 14. bis zum 19. Jahrhundert.

Paramente nennt man die im katholischen Gottesdienst und in der Ausstattung von Kirchen gebrauchten Textilien. Ein wesentlicher Bestandteil der Paramente in der Sammlung des Domschatzes sind die Obergewänder, Kasel oder Chormantel, die die Priester beim katholischen Gottesdienst tragen. Die Kasel ist seit ca 1000 n. Chr. das ausschließliche Gewand der Bischöfe und Priesters bei der Feier des Gottesdienstes. Sie war zunächst als Kreis zugeschnitten. Erst später wurde sie an den Armen und in der Länge gekürzt. Heute hat die Kasel wieder eher die Form eines Kreises. Die Kaseln wurden im Mittelalter und in der Barockzeit aus besten Stoffen genäht, reich bestickt und mit gestickten Bildern appliziert.

Der Chormantel ist ein bodenlanger, halbrund geschnittener Umhang, der bei feierlichen liturgischen Handlungen außerhalb der Messfeier auch heute noch Verwendung findet. In der Frühzeit hatte dieser Umhang eine Kapuze, die sich im Verlauf der Zeit zu einem eigenen Zierbesatz (Schild) entwickelte. Auch der Chormantel ist meist reich bestickt und verziert. Vorne wird der Chormantel durch eine Schließe zusammengehalten. Auch der Chormantel wird heute noch bei feierlichen liturgischen Handlungen in der Kirche benutzt.

Weitere Paramente für den Gottesdienst sind die Stola, ein breites Textilband als Amtszeichen der Kleriker, das Velum, das den Kelch verhüllt, die Dalmatik, das liturgische Gewand der Diakone, aber auch liturgische Untergewänder wie z. B. die Albe, ein knöchellanges weites Hemd, das mit einem Gürtel zusammengehalten wird. Auch das Altartuch oder das Korporale zählen zu den Paramenten der Kirche. Sie sind neben anderen Paramenten je nach Bedeutung mehr oder weniger künstlerisch gestaltet, sollten allerdings immer auch aus einem herausgehobenen, natürlichen Stoff, mindestens Leinen, sein.

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