Kategorien &
Plattformen

Heilige Idioten, idiotische Heilige

Heilige Idioten, idiotische Heilige
Heilige Idioten, idiotische Heilige
© Goldstein Galerie

Der pathologische Klang des Wortes Idiot und die damit verbundenen ausgrenzenden und abwertenden Attribute der Neuzeit stehen im Widerspruch zur eigentlichen Bedeutung des Idioten. Er gilt als Individuum, das auf allgemein gelehrtes Wissen verzichtet und stattdessen die Kraft der Einfachheit und Unvollkommenheit sucht. Idioten irritieren die etablierte Ordnung und stellen herrschende Prinzipien in Frage.

Damit geht diese Reihe auch auf die öffentliche Wahrnehmung von Menschen mit einer sogenannten Beeinträchtigung in der Gegenwart ein, zwischen Stigmatisierung und Vereinnahmung, zwischen Hass und Faszination.

Heilige Idioten, idiotische Heilige
Eine Veranstaltungsreihe der Goldstein Galerie
in Kooperation mit dem Dommuseum Frankfurt

Melodrom/ Gerald Domenig

9. Oktober, 20 Uhr
Ein Diavortrag des Frankfurter Künstlers Gerald Domenig

Blättertisch

10.–19. Oktober
Öffnungszeiten: Mittwoch–Samstag, 12–18 Uhr
Gedanken, Bilder und Impulse zum Thema Heilige Idioten, Idiotische Heilige.

Männer, die auf Säulen sitzen – ein Gespräch über Heiligkeit und Idiotie/ Stefan Scholz

10. Oktober, 20 Uhr
Dr. Stefan Scholz (Rektor der Dom-Pfarrei St. Bartholomäus) im Gespräch mit Dr. Bettina Schmitt (Direktorin des Dommuseum Frankfurt).

Freaks als Stars – Christoph Schlingensiefs Freakstars 3000/ Kati Kroß

23. Oktober, 20 Uhr
‚Andauernd missbraucht und dazu gezwungen Behinderung darzustellen‘
Kati Kroß (Sozialpädagogin und Theaterwissenschaftlerin) reflektiert das Dilemma der Repräsentanz von Behinderung in der Kunst und Schlingensiefs Umgang damit.
Ein Vortrag, Filmszenen und ein Gespräch mit Jakob Hoffmann.

Allüren – Der Umfall und andere Geschichten/ Mikael Ross

26. Oktober – 3. November
Eröffnung: Samstag, 26. Oktober, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Mittwoch–Sonntag, 12–18 Uhr
Noel verliert seine Mutter und kommt nach Neuerkerode, einem Dorf, in dem Menschen mit Behinderung leben. Der Umfall erzählt wie Noel neue Freunde findet und lernt, den Verlust zu akzeptieren - traurig, überraschend und immer wieder sehr komisch.

„Unglaublich ist das Mindeste, denn ich kenne keinen Comic der letzten zehn, ach: zwanzig
Jahre, der ungünstigere Voraussetzungen hatte - und aus dem etwas ähnlich Großartiges
geworden ist.“
(Timur Vermes, Der Spiegel)

Eine Ausstellung von Mikael Ross, mit Arbeiten von Thomas Hoops, Danny Gmerek, Holger Denecke und Christoph Stark. Kuratiert von Jakob Hoffmann.

Von einer ‚tiefgreifenden Störung‘ zur ‚Superkraft‘? Autismus-Bilder im Wandel/ Novina Göhlsdorf

31. Oktober, 20 Uhr
Seit einigen Jahrzehnten wird Autismus vermehrt zum Thema – in Forschung, Öffentlichkeit und Populärkultur. Aktuelle Autismus-Debatten sind oft geprägt von Äußerungen autistischer Menschen. Auch dadurch wird seine Pathologisierung vermehrt hinterfragt. Viele halten Autismus nicht für eine Störung, sondern für eine zukunftsweisende Existenzform. Veränderungen im Blick
auf den Autismus stehen im Mittelpunkt des Vortrags – auch weil diese Veränderungen Auskunft geben über gegenwärtige Ideen des Menschen und der Gesellschaft.
Novina Göhlsdorf ist Kulturwissenschaftlerin am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin.